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Interaktive Video-Anzeige in Druck-Magazin

CBS und PepsiCo: Innovative Video-Anzeige in "Entertainment Weekly".
Dies ist das zweite Mail, dass ein renommiertes Magazin auf diese neue Anzeigenform setzt.

Die 2008er Oktober-Ausgabe des Magazins "Esquire" nutzte als erstes Magazin weltweit ein ultradünnes Display (als eine Art "E-Paper") auf dem Magazin-Cover. Das "Esquire"-Magazin appellierte zeitgleich mit dem Launch dieser innovativen Methode an die Leser, dieses Display zu "hacken" und dort eigene Inhalte aufzuspielen. Die installierte Batterie sollte 4 Wochen Energie liefern.

Hier präsentieren wir Ihnen einen kurzen Film, in dem das "Esquire"-Cover präsentiert wird
Bei Esquire.com wurden auch gleich die ersten Tipps zu den wichtigsten Fragen geliefert:Wie wurde das Cover gemacht? Kann man das Cover auch recyceln?

Die "Entertainment Weekly" hat dies nun noch übertroffen

Wenn die Leser des Magazins die betreffende Anzeigenseite des Magazins öffnen, schaltet sich in der Anzeige ein kleiner Monitor an und die Video-Anzeige wird geladen.
In einer kurzen Einführung durch die Schauspieler der Science-Geek-Serie "The Big Bang Theory", wird informiert, wie man den Anzeigen-Player nutzt, und welche Video-Clips der Leser der Entertainment Weekly wählen kann.

Das Anzeigendisplay ist sogar interaktiv: Leser können mit Druck auf einen der 5 Buttons Video-Clips aus dem aktuellen TV-Programm der CBS sehen: "How I Met Your Mother," "Two and a Half Men," eine Vorschau zu "Accidentally on Purpose" sowie zu "NCIS: Los Angeles," "The Good Wife" und "Three Rivers."
Und auch PepsiCo als Co-Inserent ist mit einer eigenen Pepsi-Maxx-Anzeige vertreten.

Diese neue Art der Anzeigenschaltung ist nicht billig - noch nicht.

CBS und Pepsi halten sich zu den Produktionskosten bedeckt. Allerdings ist diese Video-Anzeigen-Magazinausgabe beschränkt auf die Abonnenten der Bereiche Los Angeles und New York - diese sollte die Kosten (einige Dollar je Video-Anzeigenmonitor) jedoch in Grenzen halten.

Dennoch werden sich Video- und animierte Anzeigen in den kommenden Jahren auch in Print-Magazinen durchsetzen. Ihren Siegeszug im Internet haben sie ja bereits begonnen.

Warum ist das so? Menschen sind schon aufgrund ihrer sozio-biologischen Veranlagung neugierig. Sie sind gegenüber neuen Dingen stets besonders aufmerksam. Zusätzlich bringen bewegte Anzeigen einfach Leben ins starre Magazin-Bild. In einem Video-Clip lassen sich Informationen kurz zusammengefasst kommunizieren. Kurze Clips gehen zwar nicht derart in die tiefe einer Thematik, wie dies ein Textartikel vermag - aber sie funktionieren sehr gut als Aufmerksamkeits-Teaser.

Wie wir wissen, findet für die Druck-Pressemedien derzeit ein ziemlich harter Umbruch statt. Viele Inhalte sind übers Internet zu finden, zudem scneller verfügbar oder auch mit tieferen Informationen verknüpft.

Grade dieses "Mashup" aus Print- mit Bewegtbild-Technologie wird die Print-Magazine eine ganze Weile länger am Leben erhalten. Vor dem Hintergrund der Bedrohung der Druckmedien durch das Internet ist das für diese Branche ein erfreulicher Effekt. Außerdem zeigt sich ein weiterer wirtschaftlich sinnvoller Aspekt: Wenn nur die Abonnenten in den Genuss solcher per Video-Inhalten und -Anzeigen aufgewerteten Magazine und Druckprodukte kommen, wird dies ein Mittel sein, mit dem die Verlage für ca. 5-7 Jahre die Abonnentenzahlen steigern können.

Wann ist es soweit und was kommt danach?

Mit einer breiteren Nutzung dieser Video-Anzeigen ist in 2-4 Jahren zu rechnen. Billige Displays und ausdauernde superflache Akkus oder andere Energieträger sind weltweit bereits in den Forschungslabors verfägbar. Der Sprung in die Serien- und später dann Massenproduktion steht bald an.

Dann geht es auch nicht mehr nur um passive "Anzeigengucken" (das Push-Marketing) - Interaktive Displays mit 2D- oder 3D-Anzeige und WLAN- bzw. Mobilfunk-Fähigkeiten ermöglichen eine weitere Plattform für sogenanntes Pull-Marketing im Rahmen der "Social Media"-Konzepte.

Es ist ein weiterer Schritt von Social Media zu den "Social Things".

Kommentare

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#1 Christoph am 21.08.2009 13:56:
Also ich find das ist ne Verschwendung an Ressourcen. Man versucht neue Medien in die alten zu integrieren...irgendwie pervers.
#2 Holger am 22.08.2009 08:07:
Eine zentrale Frage spricht gegen eine Durchsetzung mit solchen aufwändigen und an Print gekoppelten digitalen Werbeformen: Warum soll ich als Werbekunde versuchen, Bewegtbildinhalte an eine von vorneherein begrenzte Anzahl (Abo- oder Printauflage) zu liefern, wenn mir durch ein entsprechend frequentiertes Online-Portal ein zahlenmäßig weitaus größeres Publikum zur Verfügung steht ...?

Trotzdem werden wir solche Experimente sicher noch öfter sehen. Anfangs ist so was ja auch aufsehenerregend, sexy und wirkt.
#3 Pit am 12.10.2009 18:34:
Ich denke nicht, dass die klassichen Medien ganz aussterben werden, aber diese Koppelung von an Print gebundenen Werbeformen wird sich sicherlich immer mehr durchsetzen - zumal die Reichweite einfach größer ist.

Sehr interessanter Artikel!!!

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